PocketSWR

Hier entsteht eine Infoseite für mein aktuelles ‘Bastelprojekt’ PocketSWR

Dabei handelt es sich um einen SWR-Analyzer ‘für unterwegs’, der ohne PC funktioniert, also ähnlich z.B. einem MFJ259, aber mit einem anderen, bekannten Konzept zur SWR-Messung und deutlich genauer.

Hier ein paar Eckdaten:

  • Frequenzbereich 100 kHz (!) – 75 MHz
  • HF-Generator mit DDS, Schrittweite 1 kHz
  • Messung der Rückflussdämpfung mit einem Richtkoppler (ähnlich MiniVNA)
  • Aufbereitung der Messergebnisse mittels Controller (nein, kein AVR sondern MSP430F1232), Anzeige mit 2 x 8 Character LCD
  • Li-Ion Akku mit 1.2 Ah Kapazität, damit ca. 3 Std Dauerbetrieb, Ladecontroller im Gerät, Laden via USB möglich
  • Firmware-Update über USB – Plug&Play
  • Anzeige von Frequenz (in 1kHz Schritten einstellbar) + SWR, Rückflussdämpfung oder SWR-Sweep
  • Sweep-Funktion = Anzeige eines Frequenzbereiches mit max. 40 Messpunkten – durch Darstellung von 8 Sonderzeichen als Mäusekino in der unteren Zeile
  • 1 Frequenzmarker pro Afu-Band, also einfaches Abstimmen von Mehrbandantennen durch Band Up/Dn
  • Speicherung aller Menü-Einstellungen und der Frequenzmarker im internen EEPROM
  • Akku-Überwachung

Und hier ein Bild eines bereits funktionsfähigen Prototypen (es wird noch eine kleinere Platine entwickelt) :

Prototyp PocketSWR

 

Derzeit wird nur der Betrag der Rückflussdämpfung ausgewertet und daraus das SWR aus einer Tabelle im Controller ermittelt. Die Hardware ist aber schon so ausgelegt, dass auch die gemessene Phase an einem A/D-Eingang des Controllers zur Verfügung steht.

Damit wäre eine Erweiterung zur Messung von komplexen Antennenimpedanzen gegeben. Man muss aber beachten, dass die Phasenmessung mehrdeutig ist (bekannter Nachteil des verwendeten AD8302) . Durch eine kleine Frequenzänderung könnte man aber leicht herausbekommen, ob die Impedanz kapazitiv oder induktiv ist.

Das verwendete Messprinzip ist nicht neu und das Gerät hat seine Einschränkungen (s. Frequenzbereich) – aber es ist für mich schon erstaunlich, dass man mit Eigenbaugeräten kommerzielle Anbieter wie MFJ in der Genauigkeit locker schlagen kann. Das MFJ-259B ist z.B. ein Paradebeispiel für ein Patchwork-Konzept, bei dem man versucht hat, das Jahrzehnte alte Messprinzip mit den Dioden und der Widerstandsmessbrücke per Controller aufzuwerten und alle möglichen zusätzlichen Funktionen reinzupacken. Nur leider ist die Kennlinie der Dioden immer noch nicht linear (geht leider nicht bei Dioden – auch wenn es Zero-Bias Schottky-Dioden sind). Das MFJ-259B ist damit selbst nach einer Kalibrierung nicht in der Lage, Impedanzen von reell 12.5 Ohm bis 200 Ohm mit ordentlicher Genauigkeit zu messen und in ein SWR umzurechnen…

Aber das führt hier schon zu weit. Ich werde versuchen, demnächst mehr Informationen zum PocketSWR zu präsentieren. Falls jemand diesen Artikel liest und evt. am Nachbau oder an einer Weiterentwicklung Interesse hat – einfach melden.

 

Markus

DL1DSN